Ergänzungsfächer

Komposition


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W.er A.ußer Mozart? Komponierwerkstatt an der Musikschule Tulln

nach Vereinbarung



Komponierwerkstatt

Lehrerin:

Cordula Bösze

Wer an einer Musikschule unterrichtet, wird immer wieder mit Improvisationen und Kompositionsversuchen von Schülern konfrontiert.

Ein Kind, das ein Instrument entdeckt, beginnt oft auch damit, sich persönlich ausdrücken zu wollen. Doch im Musikschulbereich gibt es erstaunlicherweise kaum Angebote, die diese Art des kreativen Ausdrucks fördern würden.

Der Komponist Helmut Schmidinger, Initiator des oberösterreichischen Kompositions-wettbewerbes „Klanglandschaften“ für Jugendliche, hat 2003 in einem Vortrag zu diesem Thema folgende Vergleiche gezogen: „Alle Kinder malen und werden auch spätestens im Kindergarten zum Zeichnen angehalten und angeleitet – Eltern bringen ihre Kinder in sogenannte „Malwerkstätten“ – allerdings nicht unter der Voraussetzung, dass sie einmal ein Picasso werden sollten, sondern weil es für ihre gesamte Entwicklung von großem Nutzen ist. Spätestens in der Schule wird man im Deutschunterricht eingeladen, eigene Gedichte oder Kurzgeschichten zu versuchen – allerdings auch nicht mit der Zielvorstellung, dass die jungen Damen und Herren einmal Schriftsteller werden sollten, sondern weil der aktive und selbstgestaltende Umgang mit unserer Sprache wichtig ist.“
(Helmut Schmidinger, 3. 4. 2003)

Um jedoch komponieren lernen zu können ist ein Mindestalter von 18 Jahren und die Zulassung zur Musikuniversität vonnöten, es gibt keine Kursangebote, die junge Musiker auf die Aufnahmeprüfung für das Fach Komposition vorbereiten würden – mit Ausnahme des Klavierunterrichts, denn Klavierspielen wird bei dieser Aufnahmeprüfung sehr wohl verlangt, was wiederum zu hinterfragen wäre.

Was aber tun mit jüngeren, ausdrucksfreudigen Musikerinnen und Musikern, die nicht unbedingt eine Berufslaufbahn als Tonsetzer vor sich haben wollen?

Nach diesen Überlegungen haben Cordula Bösze und Christoph Wichert das Mozartjahr 2006 zum Anlass genommen, um an der Musikschule Tulln ein Pilotprojekt zu starten: die Komponierwerkstatt W.er A.ußer Mozart?

Im Schuljahr 2006/07 haben 12 Schülerinnen und Schüler an der Komponierwerkstatt teilgenommen, und in einem Konzert am 21. Mai 2007 wurden die Kompositionen im Kapuzinersaal von Schüler/innen und Lehrer/innen der Musikschule zur Uraufführung gebracht. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Beteiligung von musik aktuell.
2007/08 haben 20 junge Komponistinnen und Komponisten an W.er A.ußer Mozart teilgenommen, darunter sechs Teilnehmer/innen von „prima la musica“, die für ihre Stücke mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden sind.

Im Schuljahr 2008/09 wurde dieses erfolgreiche Projekt fortgesetzt. Das erworbene Know-how, das große Interesse seitens der Kollegenschaft, sowie der Eltern und Schüler, und die Beobachtung, dass dieses Projekt vielschichtige Auswirkungen auf alle Bereiche innerhalb der Musikschule wie auch im Tullner Kulturleben zeitigt, bestärken uns in diesem Vorhaben.

Auch im Schuljahr 2009/10 setzte sich die Reihe weiter fort. Am Mittwoch, dem 05. Mai 2010 fand dann im Kapuzinersaal der Musikschule Tulln zum vierten Mal das Präsentationskonzert der Komponierwerkstatt W.er A.ußer Mozart statt. Und wieder einmal war dieses Projekt ein voller Erfolg.

12 Kompositionen z.T. Uraufführungen - einige der Werke wurden bereits erfolgreich beim Wettbewerb prima la musica präsentiert und mit Sonderpreisen ausgezeichnet - gab es zu hören. In Tulln, wahrlich kein alltägliches Programm! Die Schülerinnen und Schüler wurden während des Projektes von der Flötistin und Initiatorin Cordula Bösze, gemeinsam mit Mag. Stephanie Timoschek-Gumpinger und Mag. Eva Griebl-Stich sowie den Komponisten Wolfgang Suppan, Helmut Schmidinger, Konrad Rennert, Kurt Schwertsik unterstützt.

Das „Komponier-Virus“ hat sich ausgebreitet. W.er A.ußer Mozart ist die größte Initiative dieser Art in Niederösterreich, unterstützt wird das Projekt von musik aktuell.
Die Zuhörer konnten auch dieses Mal einen Publikumspreis vergeben, den Betti Stagl mit dem Stück „Butterfly“ erhielt.

Am Donnerstag, dem 12. Mai 2011 fand im Kapuzinersaal der Musikschule Tulln zum fünften Mal das Präsentationskonzert der Komponierwerkstatt W.er A.ußer Mozart statt. 12 (Ur-)Aufführungen - einige der Werke wurden bereits erfolgreich beim Wettbewerb prima la musica präsentiert - gab es zu hören. Nicht nur für eine Stadt wie Tulln, ein außergewöhnliches Ereignis!

Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik stellte dabei den Publikumspreis zur Verfügung. Dieser war mit € 100,-- dotiert und ging an das Streichquartett „Die Saitenstreichler“ mit: Bernd Carmann, Alena Hauser, Violine, Anna Friedbacher, Viola und Marlene Förstel, Violoncello betreut von Mag. Amarilio Ramalho und dem Stück: CAPRICCIAMBA. Das Ensemble spielte mit einer Begeisterung und in einer Qualität, die diesen Preis in jedem Fall rechtfertigte.

Sehr reife, sehr unterschiedliche Werke alle in ihrer Art einzigartig, waren zu hören, der Erfolg der Komponierwerkstatt hat sich wieder einmal gezeigt.
Selbst die Vögel fühlten sich zum Mitmusizieren animiert und begleiteten sängerisch das Programm.

Irene Suchy machte anschließend mit den Kindern, ein Interview, mit Fragen zum Komponieren und der Komponierwerkstatt.

Im Rahmen der Sendung "DOREMIFA – Musik für Kinder. Wenn Kinder komponieren. Schöpferische Musikwerkstätten" wurden am 2. Juni 2011 im Radio Ö1 Auszüge aus dem Konzert und Interview gesendet.

Cordula Bösze





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