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Slacklinen ?!?
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Wird ein Kunstfaserband zum Balancieren aufgehängt, spricht man von einer Slackline. Doch welche Arten von Lines gibt es eigentlich, wer hatte diese innovative Sportart begründet und was für Tipps gibt es?

Der Begriff entstammt dem Englischen und besteht aus den zwei Wörtern „slack“, welches mit lose, locker übersetzt wird und „line“, das Leine, Schnur bedeutet. Demnach ist die Slackline eine lockere Leine. Tatsächlich handelt es sich um ein Kunstfaserband, das mehr oder weniger stark gespannt wird.
Slacklinen ( Slacken, Slacklining) ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf der Slackline, die zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist, balanciert.
Slacklinen kommt aus dem Klettersport. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA einige Kletterer Absperrketten und –tauen zum balancieren benutzten. In den 80er Jahren testeten die beiden Amerikaner Jeff Ellington und Adam Grosowsky erstmals die Verwendung von Klettermaterialien zum Balancieren. Seitdem gelten sie als Pioniere.
Den endgültigen Sprung auf den europäischen Kontinent schaffte das Slacklinen um die Jahrtausendwende und wurde dort letztendlich durch den Tiroler Spitzenkletterer und Fotograf Heinz Zak bekannt. Seit 2005 waren im deutschsprachigen Raum Slackline-Sets in Sportfachgeschäften erwerbbar.
Mittlerweile hat sich das Slacklinen von seiner Herkunft aus der Kletterszene entfernt und genießt ein grenzenloses, sportartübergreifendes Ansehen.
Je nach Verwendungszweck, gibt es diverseste Slacklinearten. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Low- und Highlines.
Lowlines werden knapp über dem Boden gespannt und können je nach weiterer Differenzierung unterschiedlich verwendet werden
Highlines sind Lines, die in einer Höhe gespannt sind, aus der ein gefahrloses Abspringen nicht mehr möglich ist. Beim Highlinen wird deshalb eine Sicherung gegen einen Absturz nötig.
Eine Trickline (Lowline) ist eine Slackline im klassischen Sinne und wird auch Funline genannt. Sie wird niedrig und mit hoher Spannung gespannt. Meist wird sie von Anfängern für die Bewegungsbasics benutzt.
Die Jumpline oder Sprungline ist für all diejenigen gedacht, die sich sehr stark auf Sprungelemente beim Slacklinen konzentrieren möchten. Kennzeichnend für diese Art ist die notwendige harte Vorspannung der Line.
Die Rodeoline ( auch Freestyleline) ist durch eine nichtvorhandene Spannung gekennzeichnet, wodurch der Slackliner auf Grund des Durchhangs nur knapp über dem Boden steht. Meist wird die Rodeoline über kurze Strecken gespannt (ca. 5-10m) und in ca. 2-3 Meter Höhe aufgehängt. Das Balancieren ist durch die Unkontrollierbarkeit der lockeren Line besonders schwierig und beschränkt sich in der Regel auf gehen und drehen.
Bei einer Longline (oder Long Distance Line) verfolgt der Slackliner, dem Wortsinn entsprechend, das Ziel eine möglichst lange Strecke zu bewältigen. Dabei gibt es allerdings kein absolutes Kriterium, ab welche Länge man von einer Longline spricht. Allgemein wird ab ca. 25-30 Meter von einer Longline gesprochen.
Darüber ob die Waterline, also eine Slackline, die über Flüsse oder Seen gespannt ist, eine eigene Art ist oder nicht, lässt sich streiten. Bei ihnen ist die Verletzungsgefahr am niedrigsten und besonders im Sommer erfreuen sie sich größter Beliebtheit.
Die Slackline für die ersten Schritte sollte nur ungefähr 4-8 Meter lang sein. Lines dieser Länge werden in der Regel auf Kniehöhe aufgebaut, können aber selbstverständlich auch niedriger gespannt werden.
Je niedriger die Line gespannt ist, desto leichter fällt das Aufsteigen und desto harmloser fallen unkontrollierte Abgänge aus, die natürlich vorkommen. Gerade auf ganz kurzen Distanzen 8 3-4m) sollte das Band aber nicht zu hart gespannt werden. Die Line muss beim Begehen immer etwas nachgeben, darf aber nicht den Boden berühren.
Zunächst geht es darum ein Gefühl für das schwingende Band und die unbekannte Ausgleichsbewegung zu entwickeln. Man sollte sich also Zeit nehmen und in aller Ruhe mit Geduld das Aufsteigen und das ein- und beidbeinige Stehen trainieren.
Für die ersten Versuche empfiehlt es sich, das kräftigere Bein zuerst auf die Line zu setzen.
Das klassische Aufsteigen erfolgt in drei Schritten:
1. Fuß 1 wird gerade auf die Line gesetzt. Fuß 2 wird am Boden so platziert, dass die Line an der Wade/am Knie dieses Beines anliegt. Dadurch wird die Line etwas stabilisiert. Die Augen fixieren dann einen unbeweglichen Punkt am Ende der Line – richten sich also keinesfalls auf die Füße.
2. Nun drückt man sich schwungvoll mit Fuß 2 ab. Unterstützt wird dies durch eine kräftige Ausholbewegung beider Arme. Fuß 2 wird nun nahe der Line nach oben geführt. Das jetzt erfolgte Belasten von Fuß 1 führt zu einem typischen Anfängerproblem: Der Fuß beginnt schlagartig zu zittern und zu wackeln.
3. Fuß 2 wird deshalb möglichst schnell auf die Line gesetzt – idealerweise leicht schräg hinter Fuß 2. So wird der Stand optimal stabilisiert und das Zittern und Wackeln unterbunden. Das Hauptgewicht des Körpers liegt dabei auf Fuß 1.
Selbstverständlich kann beim Aufsteigen auch Hilfestellung geleistet werden.

Natürlich fokussiert sich anfangs die ganze Aufmerksamkeit darauf, beim Slacklinen möglichst lange die Balance auf dem Band zu halten. Details der Körperhaltung rücken zunächst in den Hintergrund. Die folgenden Punkte sollte man dennoch beachten.
• Lockerheit: Alle Gelenke des Körpers sind bei gleichzeitiger Körperspannung möglichst frei, beweglich und locker.
• Der Kopf ist aufrecht und nach vorne gerichtet. Mit den Augen wird ein ruhiger Punkt im Bereich des Fixpunktes fokussiert.
• Die Oberarme sind zur Seite ausgestreckt, die Unterarme nach oben angewinkelt. In dieser Stellung sind Ausgleichsbewegungen der Arme in alle Richtungen möglich.
• Der Oberkörper ist aufrecht und hat keine Rücken- oder Vorlage.
• Die Knie sind leicht gebeugt.
• Die Füße sind mittig und parallel zur Line platziert.
Wird das Aufsteigen und Stehen beherrscht, widmet man sich intensiver dem Gehen auf der Line.
Während mit den Augen ein fester Punkt am Ende der Line fixiert wird, verlassen die Füße nacheinander ihre Ausgangsposition. Dabei empfiehlt es sich, kleine Schritte zu machen und den Vorderfuß (Ballen) zuerst und danach den ganzen Fuß geradlinig auf die Line zu setzen. Das Körpergewicht wird langsam von einem Fuß auf den anderen verlagert. Werden zudem die Knie beim Gehen möglichst nah aneinander vorbeigeführt, so trägt dies zur Beruhigung der Line bei und reduziert das Zittern und Wackeln. Zusätzlich kann bei auftretenden oder immer noch vorhandenen Unsicherheiten die Kniebeugung verstärkt werden.
Oberkörper und Kopf fungieren immer noch als gerade Verlängerung der Hüfte.
Um beim Gehen die Balance zu halten, werden mit den Armen die Bewegungen der Beine ausgeglichen. Eine korrekte Körperhaltung erleichtert die Bewegungen.

Quellenverweis:
„Slackline – Tipps, Tricks,Technik“ von Fritz Miller und Franzi Friesinger


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