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27.09. und 03.10.2020 Kammermusikkonzert Hannah Scharl und Jan Sojka


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Meine Eindrücke von den Konzerten



Da ich viele Jahre Geigenschülerin an der Musikschule Tulln war und jährlich beim Schlusskonzert im Schloss Atzenbrugg mitwirkte, wurde es mir im Laufe meines Instrumentalpädagogik-Studiums ein großes Anliegen, in diesem schönen Saal einmal mein ganz eigenes Konzert zu spielen. Es soll ein kleines Konzert für Familie und Freunde werden. Gesagt, getan.
Nach einem Gespräch mit Bürgermeisterin Beate Jilch stand das Konzert und der Termin fest, es findet nun aber nicht im kleinen Kreis, sondern im Rahmen der Schubertiaden Atzenbrugg statt! Umso mehr haben mein Partner Jan und ich für unser erstes gemeinsames Konzert geprobt – teils altes und teils neues Repertoire. Obwohl auf Grund der damaligen Corona-Situation nicht ganz klar war, ob unser Konzert überhaupt stattfinden oder es doch noch abgesagt wird, haben wir bis zum Ende gemeinsam die Stücke geprobt. Umso mehr hat es uns gefreut, dass wir unser Programm auch im Kapuzinersaal der Musikschule Tulln vortragen durften. In Zeiten von Corona bekommt jeder einzelne Auftritt, jede einzelne Gelegenheit vor Publikum Musik schenken zu können, eine große Bedeutung. Man lernt jeden einzelnen Auftritt zu schätzen. Selbst wenn der Saal nur halbvoll ist, ist es schön für Menschen Musik zu spielen und die besondere Atmosphäre eines Konzerts zu spüren.
Beide Konzerte haben mir große Freude bereitet. Obwohl in Tulln das Publikum klein war, war ich doch sehr nervös. Es war aber schließlich auch mein erstes selbst gestaltetes Konzert mit vielen verschiedenen Werken. Bei unserem zweiten Konzert im Schloss Atzenbrugg war trotz des größeren Publikums, von der Aufregung weniger zu spüren. Ich habe die Blicke der ZuhörerInnen richtig gespürt und wie sie auf unser Spiel fixiert sind. Eine solche Art von Aufmerksamkeit war ich bis dahin nicht gewohnt. Nach jedem Stück hat man die Freude und Begeisterung des Publikums, sowohl am Applaus als auch an den Gesichtern, gesehen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man Musik schenkt und dafür glückliche Gesichter zurückbekommt. Es ist schön zu sehen, wie das Publikum mitfühlt und sich über ein gelungenes Konzert mitfreut.
Hannah Scharl

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Klangvolle Zeiten
Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes musikalisches Jahr. Auf der einen Seite wurde an Ludwig van Beethoven gedacht, der seinen 250. Geburtstag feierte, auf der anderen Seite kam es durch die Corona-Krise zu einer Änderung der Aufführungsmöglichkeiten für Musiker bis hin zu Online-Auftritten vor Webpublikum. Umso mehr war es für mich, zusammen mit Hannah Scharl an der Violine, eine wunderbare Möglichkeit, mit entsprechenden gesundheitlichen Vorkehrungen, am 27.9. einen Duo-Nachmittag in der Musikschule Tulln und eine Woche später, am 3.10., im Schloss Atzenbrugg ein Kammermusikkonzert aufführen zu dürfen.
Es war uns als Ensemble ein Anliegen, bei der Programmauswahl die verschiedenen Aspekte dieses Jahres einzufangen und zu berücksichtigen. Am Anfang des Programms stand Franz Schuberts Sonatine für Klavier und Violine in g-moll. Schubert verbrachte im Schloss Atzenbrugg oft seine Sommerfrische, musizierte dort bei seinen legendären Schubertiaden und durfte somit im Programm keinesfalls fehlen. Aufgrund des Beethovenjahres war auch Beethoven im Programm durch seine „Frühlingssonate“ vertreten und brachte etwas Frühlingsstimmung in den Herbst. Ergänzt wurde das Programm durch tänzerische Stücke von Fritz Kreisler und Antonín Dvorák am Ende. So verschieden die einzelnen Stücke auch sind, eines ist ihnen gemein. Sie wurden geschrieben, um in einem kleineren Kreis, zurückgezogen, im Salon aufgeführt zu werden. Und hier liegt eine gewisse Parallele zu unserer Zeit. Auch die beiden Konzerte fanden Corona-bedingt vor kleinerem Publikum, in kleinerem Rahmen statt.
Vielleicht auch wegen dieser intimeren Atmosphäre waren für mich die Emotionen und Reaktionen des Publikums umso spürbarer. Die erwartungsvolle Anspannung vor den Auftritten, die Verbindung zum Publikum während der Konzerte bis hin zum freudigen Schlussapplaus- diese Konzerterlebnisse waren besonders deutlich. Es war schön, für diese beiden Nachmittage kurzzeitig in den lyrischen Stücken zu verweilen und den Alltag zu vergessen.
Das Jahr 2020 war ein besonderes musikalisches Jahr. Für mich kamen noch zwei weitere klangvolle Besonderheiten hinzu.

Jan Sojka

2020 ging ein Herzenswunsch von Hannah in Erfüllung. Sie träumte schon seit längerer Zeit, in ihrer Heimatgemeinde ein Konzert im Schubertsaal auf Schloss Atzenbrugg zu geben. Ein herzlicher Dank an Frau Bgm. Beate Jilch, die ihr dies im Rahmen der Schubertiade Atzenbrugg ermöglichte.
Im Kapuzinersaal der Musikschule Tulln gab es am Sonntag, den 27. September in einem kleinen Rahmen die Generalprobe. Hannahs und Jans kleine Fangemeinschaft war anwesend. Auch Isabel Schneider, Hannahs langjährige Geigenlehrerin war mit dabei, um noch Tipps zu geben. Ihr Feedback war Hannah sehr wichtig.
Isabel gehört mein besonderer Dank, da sie Hannah all die Jahre auf ihrem musikalischen Werdegang unterstützte und sie auf Wettbewerbe und Aufnahmeprüfungen vorbereitete und begleitete. Dieses Engagement ging sicher über ihre Lehrtätigkeit hinaus.
Am Samstag, den 3. Oktober war es dann so weit. Trotz Corona konnte das Konzert stattfinden.
Es war ein sehr schönes, abwechslungsreiches Konzert mit Werken von Schubert, Kreisler, Beethoven und Dvorák.
Trotz der besonderen Umstände war der Schubertsaal durch Angehörige, MusikerkollegInnen, FreundInnen und einige Einheimische doch ziemlich voll und es gab großen Beifall und Lob an die beiden Künstler durch die Gäste.
Vielleicht ergibt sich für die beiden wieder einmal die Gelegenheit in solch einem Rahmen ein Konzert, vielleicht auch mit MusikerkollegInnen zu gestalten. Ich würde sehr mich freuen, denn ich bin sehr stolz auf Hannah und Jan.

Renate Scharl





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