:: News ::

III. OFFENER BRIEF an den Minister!
27.01.2014 12:36:44 Uhr

Herrn Bundesminister
D.I. Niki Berlakovich
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft
Umwelt und Wasserwirtschaft
Stubenring 1
A-1012 Wien Wien, 11.03.2013

Betrifft: Spanische Hofreitschule / Bundesgestüt Piber

III. Offener Brief

Sehr geehrter Herr Bundesminister Berlakovich!
Aus der Vergangenheit wissen wir zwar, dass Sie, aus welchen Gründen auch immer, unsere Briefe nicht beantworten. Trotzdem erlauben wir uns, Ihnen nun ein drittes Mal einen offenen Brief zu übersenden. Auch wenn Sie der Öffentlichkeit erklären, dass die Spanische Hofreitschule ein Herzstück Ihres Ressorts ist, sind wir uns nicht sicher, ob Sie sich als zuständiger Minister der Verantwortung für dieses Kulturinstitut bewusst sind.

Weiters sind wir sicher, dass Sie die unmissverständliche Aussage Ihres Bauernbunddirektors, Herrn Jakob Auer, im Mittagsjournal des Ö1 vom 13.2.2013 gehört und auch verstanden haben. Zur Wiederholung erlauben wir uns, die wesentlichsten Aussagen punktuell und wortgetreu zu wiederholen:

"Agrarfördergeld kommt nicht nur den Bauer zugute“

„......welche Betriebe in Österreich sozusagen diese Förderungen kassieren und still und leise mitfahren und sozusagen der Öffentlichkeit das Bild vermitteln, nur die Bauern kriegen die Förderungen. Vom Fördergeld aus der zweiten Säule profitieren also auch nichtagrarische Betriebe, Gemeinden und verschiedene Projektträger.

".......und wenn der Kollege Schieder meint, man müsste also jene Mittel, die fehlen, aus eigenen Budget finanzieren, da kann ich nur sagen, dann sind jene Mittel, die aus dem nichtagrarischen Bereich fließen, zu kürzen.

Nach dieser mehr als deutlichen Aussage werden Sie umso weniger bereit sein, die notwendigen Mittel zur Abdeckung des jährlichen Abganges aus der Betriebsführung der Spanischen Hofreitschule / Bundesgestüt Piber bereit zu stellen, auch wenn Sie das „Spanische Hofreitschulgesetz“ dazu verpflichtet.


Diese Forderung des Bauernbundpräsidenten können wir sehr gut verstehen, geht es ihm doch um die Erhaltung der Überlebensfähigkeit vieler Kleinbauern in Österreich, (denen diese Fördergelder zustehen!), die nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Gütern garantieren helfen, sondern auch durch die Erhaltung des ländlichen Raumes touristische Zielsetzungen unterstützen.

Da Sie in Ihrem Ressort ja auch nicht beliebig viel Geld zur Verfügung haben, ist es sicher angebracht, jetzt entsprechende Weichenstellungen zu setzen, die einerseits den Forderungen des Bauernbundpräsidenten entsprechen, andererseits Bereinigungen in Ihrem Ressort vorzunehmen, was die Spanische Hofreitschule betrifft. Als Folge der Budgetkürzungen seitens der EU wäre jetzt nämlich der richtige Zeitpunkt gekommen, der Einladung von Frau Ministerin Dr. Claudia Schmied vom 14.09.2011 in der Zeitung "Heute", unter der Head Line, "Bei mir wären die Lipizzaner bestens aufgehoben", Folge zu leisten und die für Sie ungeliebte und lästige, ins Kulturressort aber bestens passende Kulturstätte gut untergebracht zu wissen. Damit treffen Sie zwei Fliegen mit einem Schlag: Ihr Budget wird zielgerichtet verwendet und die Hofreitschule wird als Kulturstätte in die Kunstmeile integriert und damit ausreichend mit finanziellen Mitteln versorgt, wie dies ja auch bei den anderen Kulturstätten notwendig und gegeben ist. Ihre wirklich große, ja fast historische Leistung wäre somit jene, dass SIE, sehr geehrter Herr Minister, dann die Spanischen Hofreitschule jenem Ministerium überantwortet haben, dessen Auftrag und Bestimmung die Erhaltung und Förderung der Kunst im Sinne und Wirken unserer Vorfahren, aber auch in der Verantwortung gegenüber unseren nachfolgenden Generationen ist. Uns ist durchaus bewusst, dass dies nicht im Sinne einzelner Personen wäre, aber sich über derlei persönliche Interessen hinweg zu setzen, können Sie sich als Minister erlauben.

Weltweit würden alle Freunde und Bewunderer der Spanischen Hofreitschule und des Gestüts Piber aufjubeln, dass „ihre“ Kunststätte gesichert in die Zukunft blicken kann und der merkantile Druck von ihr genommen ist. Und den Bauern steht eine weitere Million an Förderungen und damit eine bessere Chance zum Überleben zur Verfügung.
Kunst müssen wir uns leisten wollen oder besser leisten MÜSSEN, wenn wir als Kulturnation weiterhin weltweit bestehen wollen.

Wir hoffen, dass wir mit unserem III. Offenen Brief endlich bewirken können, was wir mit den beiden anderen nicht erreichen konnten: dass Sie, sehr geehrter Herr Minister, endlich Ihre WAHRE Verantwortung für die Spanische Hofreitschule wahrnehmen.

In diesem Sinne verbleiben wir namens unserer zahlreichen in- und ausländischen Mitglieder und Unterstützer,

mit freundlichem Gruß!

Freundeskreis der Klassischen Wiener Reitkunst



zurück